nur ganz kurz
Das Maedl heisst uebrigens nicht Koetjo, sondern Koketjo, habe ich wohl ein k vergessen. Und liebe Sylke, die Kids wissen was ein Wolf ist. Denn nicht umsonst wurden Maerchen, wie Rotkaeppchen in sovielen Sprachen uebersetzt.
Mein Ausflug mit Kwena war sehr schoen. Sie hat mir all ihre Lieblingslaeden gezeigt und wir hatten viel Spass zusammen.
Und, ich weis nun auch wie ich ein Taxi benutzen muss.
Caro, du meinst Toni aus „Cottbus“? Ist ja krass. Bestell mal liebe Gruesse.. Haben uns ja ewig nicht mehr gesehen.
Meine Lieben, hab leider nicht viel Zeit, hab gleich noch ein „Meeting“.
Bis zum naechsten Mal,
eure Kathi
weis nicht
Ich habe ja so lange nicht mehr geschrieben, ich weiss ja gar nicht wo ich anfangen soll….
Zuallererst: Ich habe eine richtige afrikanische Hochzit miterlebt.
Die Schwester von meiner Gastmutter war eine wunderschoene Braut. Das Kleid haette ich auch genommen
Im Allgemeinen unterscheiden sich die Braeuche aber nicht so sehr. Was ich persoenlich ganz lustig fand, war der Einmarsch in die Kirche. Zuerst kommt der Braeutigam. Ihm folgen die anderen Familienmitglieder. Alle tragen sie die gleichen Sachen. Es wird in die Kirche getanzt – zu schlechter Technomusik vom CD Player!!!
Nachdem die Frauen folgten, kommt die Braut. Diese zum Glueck mit dem trditionellen „Hochzeitsmarsch“.
Es gab zwei Pastoren, die nach meinem Eindruck ein wenig durcheinander waren. Sie haetten sich vielleicht vor der Zeremonie den Text nochmal durchlesen sollen. Einer von denen hat total geschwitzt und ist zwischendurch staendig rausgegangen um sich ein Taschentuch zu holen. Die Pausen wurden ueberbrueckt mit einem freudigen Ruf „Bless the Lord“ aus der Menge. Nach der Trauung sind wir zur eigentlichen Feier gefahren. 15 Autos verstopften Seshegos Strassen, wobei der Weg in Schlaengellinien zurueckgelegt wurde. Ich sass im letzten Auto und konnte alles schoen ueberblicken.
Wir haben getanzt, gegessen, gefeiert. Es war wirklich ganz nett!
In der drauffolgenden Nacht (frueh um 4) wurde ich von ein paar Leuten vom Office abgeholt, um nach Soweto zu einem Godi (Gottesdienst) zu fahren.
Soweto (South Western Township) ist nahe an Johannesburg. Keiner weiss genau, wieviele Menschen dort wohnen. Es wird auf 2.5 Millionen geschaetzt. Das Soweto, welches ich sah, hat sich nicht sehr von Seshego unterschieden. Der Godi, um ehrlich zu sein, war total langweilig und weil wir alle so muede von der Fahrt waren, tat ich es meinen Sitznachbarn nach und schloss die Augen..
Am selben Tag kam ich nach Pretoria. Dort uebernachtete ich fuer eine Nacht, bevor am naechsten Morgen der Bus nach Hermannsburg abfahren sollte. Ich lernte 2 Zivis aus Botswana und eine Missionarsfamilie aus Malawi kennen. Wir sind zusammen ins Kino gefahren!
Das Popcorn dort kann man uebrigens mit allen Gewuerzen haben, ausser mit Zucker. Kann ich mich dran gewoehnen!
Hermannsburg ist ein deutscher Ort inmitten Suedfrikas. Menschen, Wetter (und vor allem das Wetter), Essen, Baeume, Natur – alles Deutsch!!! Wir waren ungefaehr 18 Freiwillige und 25 Missionare. Es war ganz schoen, Erfahrungen auszutauschen und zu erfahren, was die anderen so machen. Einige arbeiten wie ich im Kindergarten, andere in verschiedenen Zentren, Bueros und sogar in Psychatrien. Aber, die meisten wohnen in WGs mit anderen Deutschen zusammen. Wir hatten in Hermannsburg viel Zeit, weil das Programm eben vorallem auf die Missionare zugeschnitten war.
Ich bin mit Jette und Sarah spazieren gegangen und wir haben TT gespielt. Die Umgebung dort ist echt richtig schoen. Einen Tag waren wir bei heissen Quellen und durften ein Zulu Dorf besuchen. Das war echt interessant. Um ins Dorf zu gelangen mussten wir einen Fluss ueberqueren. Ich Schussel habe natuerlich meine Schuhe stehen lassen vor lauter Aufregung. Zum Glueck habe ich auf dem Rueckweg durch Zufall einen kleinen Jungen entdeckt der mit diesen gespielt hat. Ich sitze also nicht barfuss vorm Computer!
Bevor es wieder zurueck nach Seshego ging habe ich noch eine Nacht in Pretoria verbracht. Es war auch einer dabei, der aussah wie Michael (Reinke). Also, lieber Michael, falls du das mal lesen solltest, du hast einen Zwlling! Zusammen waren wir Pizza essen:) Ich hatte am naechsten Tag noch Zeit, wohingegen die anderen schon alle in der Frueh abreisen mussten.
Ich besuchte den Rosengarten und habe mein erstes Paar suedafrikanische Ohrringe gekauft! Nach der Woche war ich aber auch froh wieder nach Seshego zu fahren. Der konsequente Schlafmangel erschoepfte mich.
Letztes WE war ich mit einer anderen Freiwilligen aus Mokopane, welche ein High School Year macht, zusammen in Polokwane shoppen. Das wurde auch hoechste Zeit!
Die Sachen sind hier eben sehr preiswert, wie fast alles. Und ich freue mich schon darauf, sie euch zu zeigen.:)
Am Samstag werde ich von Kwena im Taxifahren unterrichtet und am Sonntag gehts wieder zu einem Godi mit dem Office.
Unter der Woche begleite ich manchmal Lesiba, meinem Gastbruder. Er arbeitet oft ausserhalb und nimmt mich dann gerne mal mit. das ist auch immer ganz schoen, so lerne ich die naehere Umgebung kennen und oft kommen wir spaet zurueck, sodass er mich noch auf einen Hamburger oder eine Pizza einlaedt.
Im Creche ist alles ganz toll. Mutti, die CD hilft mir sehr!!! Ich lerne mit den Kindern neue Lieder und wir haben angefangen Sportuebungen zu machen – in Verbindung mit Zaehlen oder dem ABC. Es macht sehr grossen Spass mit den Kindern zu arbeiten. Im Moment ueben wir ein Theaterstueck ein: „Rotkaeppchen“. Das ist nicht sehr einfach, wie ich finde. Es ist relativ viel Text zu lernen. Ein Mädchen, Koetjo, konnte nach zwei Tagen aber schon den ganzen Text. Erstaunlich! Wuerde mich nicht wundern, wenn sie die naechste Praesidentin von SA wird.
So, die Sprache! Nun ja, um mich herum wird eben Sotho gesprochen. Das verstehe ich immer noch nicht. Logisch. Ich kampfe mich mit meinem Englisch durch. Das klappt, manchmal mehr, manchmal weniger gut. Mit den Menschen, mit denen ich viel zu tun habe, kann ich mich ganz gut unterhalten. Ich bin ihre Art zu reden gewohnt. Manche andere verstehe ich dagegen sehr schlecht.
Herr Hesse, ich gebe mir auch grosse Muehe die Grammtik zu lernen! Die Grundgrammatik Englisch hatte naemlich auch noch ein Platz in meiner schweren Kraxe gefunden. Und Enrico, auch die Rechtschreibung kommt nicht zu kurz. ich habe mir angewoehnt Tagebuch in Englisch zu schreiben. Haettest du nicht gedacht, hae? *grins*
So, ich hoffe ich habe nichts vergessen. Aber der Bericht ist jetzt wirklich lang genug!
PS: Hier ist Regenzeit und es ist kalt. Wir haben mindestens einmal am Tag Stromausfall und essen beim Kerzenschein unser Abendbrot. Finde ich ganz kuschelig. Einziges Problem: Kein Kaffee wegen fehlendem heissen Wasser.
Seid herzlich gegruesst,
eure Kathie