Auf und davon – Kathies Reisen


Bäume, die singen

Veröffentlicht in Allgemein von Kathi am Oktober 21, 2008

Nun bin ich schon fast zwei Monate in Valencia, der drittgrößten Stadt in Spanien.

In dieser Zeit hatte ich schon etliche Gelegenheiten, die Stadt in all ihrer Schönheit, Vielfältigkeit und Eigenheit kennen zu lernen.

Was mir in Südafrika nicht passierte und worauf ich stolz war, ist nun in Spanien eingetreten. Kein Telefon mehr, aufgrund von Diebstahl. Zum Glück ist nur das Telefon weg und der Dieb wird seine wahre Freude an dem „Second hand“ Modell aus Südafrika haben, denn eine Woche vorher ist es ein wenig nass geworden und seitdem war es nicht mehr hundertprozentig funktionsfähig. …

Am 9. Oktober durfte ich den ersten Feiertag in Spanien miterleben. Dieser wurde mit einem Feuerwerk um Mitternacht eingeleitet. Ein Feuerwerk, 30 Minuten lang und so laut, dass man genau Spanier vom Nichtspanier unterscheiden konnte. Denn, die Spanier sind die einzigen, die sich nicht die Ohren zuhalten mussten. ;) Ich hatte das Gefühl, dass sich die ganze Stadt versammelte, um entlang des Parks auf Mitternacht zu warten. Wir hätten genauso gut Silvester feiern können.

Am nächsten Tag gingen die Feierlichkeiten weiter mit einem Umzug durch die Altstadt Valencias. Es regnete wie in Strömen, was die Menschen aber nicht davon abhielt wieder in die Stadt zu eilen, bewaffnet mit Regenschirmen, Gummistiefeln und Regenjacken. Während auch wir geduldig warteten, 90 Minuten im Regen ausharrend, nicht wissend, was genau uns eigentlich erwartet, kamen sie endlich. Verkleidete Ritter, Zofen, Zaren, Hexen, Pferde, Hofnarren und eine Menge Musikanten. Ein Marsch, etliche Kilometer lang, begleitet von den Jubelrufen der Menschen. Der Trubel und Wirbel während der Festtage legte sich jedoch wieder.Die Schule fing wieder an, der Alltag kehrte zurück.

Früh um Acht, Zeit aufzustehen und zur Sprachschule zu eilen. Es ist mittlerweile Tradition geworden, nach den zwei Stunden Spanischunterricht ein schönes Cafe aufzusuchen und einen „Cafe con leche“ zu trinken. Einen Milchkaffee, der wirklich sehr gut ist.

An den Nachmittagen gebe ich mein Bestes, um schwierige Fragen bezüglich der Hausaufgaben zu klären. Mathe, Deutsch, Englisch, Biologie, ein wenig Musik und Erdkunde. Oft, wenn der Stress der Schule vorbei ist, spielen wir Tischtennis, Ligretto, Fussball oder Karten. Um zehn öffne ich müde die Tür meiner Wohnung, die ich mit drei weiteren deutschen Au Pairs teile. Aber Zeit zum schlafen bleibt kaum, denn in Spanien gibt es nachts genauso viel zu sehen wie tagsüber. Die durchschnittliche Zeit Abendbrot einzunehmen, ist zwischen neun und zehn Uhr. Dann öffnen die Clubs und Bars. Auch die Cafes schließen nicht vor Mitternacht. Typisch für Spanien sind„Tapas-touren“ , was ich natürlich auch schon lieben gelernt habe. Dann gehen wir von Bar zu Bar, essen überall eine kleinen Leckerei, wie Baguettebrot mit Beilage, Kartoffeln, Fisch oder auch Fleisch. Zu meiner Freude befindet sich eine sehr gute Tapas bar in meiner Strasse. :)

Eine weitere Spezialität, und auch Nationalgericht, ist die Paella. Reis mit Meeresfrüchten und/oder Fleisch. In Valencia soll Paella erfunden worden sein. Es ist ein gutes Essen, welches oft, je nach dem wo man isst, anders schmeckt. Bei der zweiten Paella, die ich aß, nahm ich all meinen Mut zusammen und probierte eine Schnecke. Untergemischt in den Reis, dass man sie nicht sieht, schmeckt sie wirklich nicht schlecht.

Abgesehen vom gutem Essen gibt es auch ausgezeichnete Clubs mit guter Musik. Kostenlose Salsa Stunden Mittwochabends und Samstagnacht die Umsetzung. Gute Jazzclubs mit live Musik und breakdance hautnah.

Wenn ich einmal zu erschöpft bin von dem „lauten Leben“ in der Großstadt, gehe ich in den Park, der so groß ist, dass ich es bisher noch nicht schaffte ihn einmal abzulaufen.

Auch dort herrscht stets reger Betrieb. Trommelgruppen, Joga Übungen im Freien. Hunde, Katzen, Jogger und Kinder rennen durcheinander.

In der Turia, so heißt dieser schöne große Park, gibt es tatsächlich auch Jacaranda Bäume, von denen ich dachte, es gäbe sie nur in Südafrika. Was aber noch interessanter ist, sind Bäume, die eine glatte Rinde besitzen, mit Stacheln übersät sind und einen dicken Bauch haben, als ob sie schwanger wären. Untersucht man diese „Bäuche“ ein wenig genauer, stellt man fest, dass sie „klingen“, wenn man dagegen klopft. Ein eigenartiger Baum, der zudem noch wunderschöne große Blüten trägt.

Es wird nicht langweilig in Valencia. Es gibt immer etwas zu sehen. Zum ausruhen bleibt bis jetzt wenig Zeit. Tja, es ist wohl nicht gelogen, dass die Spanier in Valencia im Vergleich zu den anderen am wenigsten schlafen.