„Sommerweihnachtspause“
Dumela meine Lieben,
Ein letzter grosser Bericht vor den grossen Ferien… Mein Kindergarten hat heute geschlossen und ich habe die naechsten fuenf Wochen frei.
Was ich da so alles anstellen werde? Dazu komme ich spaeter!
Zuallererst, die Feier am letzten Samstag war richtig richtig schoen!!!! Ich bin wirklich stolz auf die Kleinen, die das alles ganz super toll gemeistert haben. Das Theaterstuck hat zwar bei den Proben besser geklappt, aber sie waren auch alle echt aufgeregt.. Ein Junge, Philippi, war so nervoes, dass er die ganze Zeit geweint hat. Ihr muesst euch vorstellen, alle Kinder (vllt. 70) waren auf der Buehne hinter den Vorhang. Diejenigen, die dann etwas singen oder tanzen mussten, wurden dann vorgeholt. Es war also nicht einfach, die anderen immer ruhig zu halten. Nebenbei Kostueme zu wechseln uns sie auch noch zu beruhigen. Teilweise war es ganz schoen durcheinander. Ein Maedchen, Neo, wollte sich nicht zu den Kindern setzen, sondern bei ihrer Mama im Publikum sitzen. Naja, sie ist dann bei jedem Part auf die Buehne gerannt, egal ob sie das Lied singen konnte oder nicht. Die Eltern haben gelacht!
Ich hatte den Aelteren ja ein Lied beigebracht, There were ten in the Bed, wo man von 10 bis 1 runterzaehlen muss. Ich war echt aufgeregt und hoffte, dass das klappt, weil manchmal haben sie sich verzaehlt. Aber es lief alles super, und als am Ende die Kleinste sagte, Good night und alle 10 Kinder sich hinlegten, gabs einen risiegen Applaus!!! Ach, das war so schoen!!
Am liebsten haette ich sie alle umarmt!! Nach dem Programm haben sie Urkunden bekommen und hatten solche lustigen Kostueme an wie ich es aus Amifilmen kenne. (wisst, mit diesen komischen flachen schwarzen Hueten). Sahen echt lustig aus.
Und natuerlich gab es auch noch ein Paar Geschenke.. Das heisst, Suesigkeiten und ein kleines Plasteauto zum Spielen. Es war eine tolle Feier.Diese Woche kamen dann die meisten Kinder nicht mehr zum Creche, so das ich echt eine ruhige Woche hatte. Heute waren wir genau 25!! Da ist der Creche so leer, das es schon fast gruselig war. Naja, jedenfalls kam dann zwischendurch meine melancholische Ader zum Vorschein.. Werd die kleine Nomsa, die kleine Masapi, die kleine Mahau, die kleine Koketjo und vorallem die kleine Jabu in der Preschool echt vermissen…
Gestern bin ich mit Kwena in die Stadt gefahren und wir haben eine richtige Festnahme erlebt. Wunderten uns schon, warum soviel Polizei auf den Strassen ist und warum ein Hubschrauber seine Kurven ueber die Stadt dreht. In dem Moment wo der Mann festgenommen wurde ( so richtig mit Handschellen und Waffen… ), waren wir gerade zufaellig auf demselben Platz. Er hat den Menschen seine „private parts“ gezeigt!! Als wir wieder zuruck in Seshego waren, erfuhren wir, dass sich Kwenas Schwester selber ausgeschlossen hat.. naja, die Armen, mussten bis abends um acht auf ihre Mutter draussen warten.. Und es war kalt…
Das war ein Tag!!
Ansonsten bin ich diese Woche immer nach Hause gelaufen.. das tut mir ganz gut, weil ich mich ansonsten ja nicht soviel bewege. Ich habe es gut gelernt die ganzen Sprueche wie, „hey Baby, u are beautiful“ oder „hey, i like u, can i walk with u?“ oder das staendige Autohupen zu ignorieren. Sobald man zurueck gruesst oder freundlich die Hand hebt, denken sie wirklich, ich mag sie und dann wird es schwer, sie wieder los zu bekommen. Echt strange! Naja,Lesiba und ich haben vor kurzem mal ein kleines Rollenspiel geuebt, wo er so einen „Kerl“ gespielt hat und nun fuehle ich mich genug gewappnet!
Ja, nun sind Ferien fuer mich. Ganze fuenf Wochen!!!!! Am Sonntag fahre ich nach Jo’berg zur Kidsweek. Weis zwar nicht wirklich, was ich da machen muss, aber es wird besimmt schoen. mal spielen, tanzen, lernen mit anderen suedafrikanischen Kinderchen. Danach fahre ich mit Jette und Sarah zusammen zurueck nach Capetown. So habe ich die Gelegenheit ihre Arbeit in dem Center von Otto Kohlstock kennen zu lernen. Ausserdem wollen wir natuerlich Kapstadt und die naehere Umgebung erkunden. Darauf freue ich mich total und ich hoffe wir fahren zum Kap der guten Hoffnung. Zu Weihnachten komme ich zurueck. Ich weiss nicht, wie meine Gastfamilie Weihnachten feiert, mich wuedre es aber nicht ueberraschen, wenn sie arbeiten.. Auf jeden Fall gehen wir in die Kirche und darauf freue ich mich. Und… Es gibt natuerlich viel viel viel zu essen!!! (Wobei ich echt auf mein Gewicht aufpassen muss – ihr wisst, die mangelne Bewegung!!) Silvester werde ich in Durban verbringen, mit ein paar anderen Freiwilligen, welche dort ein Haus gemietet haben fuer ein paar Tage. Ich finds toll, dass sie mich auch eingeladen haben.
Aufgrund dieses engen Reiseplans werde ich wahrscheinlich keine Zeit haben, im Dezember Berichte zu schreiben. Dafuer wird der im Januar doppelt so lang!!
Ich wuensche euch eine besinnliche Weihnachtszeit. Nehmt euch trotz der vielen Arbeit auch mal Pausen um die Weihnachtszeit zu geniessen, damit sie nicht an euch vorbeirauscht…
Feiert das neue jahr – aber nicht zu doll –
Bleib behuetet,
eure Puseletso
Hle (Bitte) kein Stromausfall
Hallo meine Lieben,
mir geht es super gut.
Mein urspruenglicher Reiseplan von letzter Woche hat sich kurzfristig geaendert – ich war aber trotzdem nicht da.
Es fing damit an, dass am Mittwochabend mein Gastbruder einen Unfall hatte, an dem er nicht schuld war. Allerdings war das Auto bissl kaputt und nun kann jeder Mensch auf der Strasse sein Petrol klauen…
Na, so bin ich erst am Donnerstag gefahren und habe meine Tage in Pretoria bei anderen Freiwilligen von ELM verbracht. Am ersten Tag sind wir durch ganz Pretoria gelatscht und ich bekam einen richtig schoenen Sonnenbrand.
In Pretoria stehen uebrigens 70.000 Jacarandabaeume, was der Stadt ein sehr schoenes Aussehen gibt. Ueberhaupt gibt es viele richig schoene gepflegte Parks. Wir haben die schoensten / bekanntesten Plaetze in der Innensadt gesehen und ich war in dem groessten Einkaufszentrum was ich je gesehen habe. Leider war ich mit Kerlen unerwegs…
Wir tranken aber selbsgemachte Limo und es gab ein grosses Stueck Schokoladentorte. Wir waren in Cullinan bei der Mine, wo man den groessten Diamanten der Welt fand (3106 Karat) Teile davon sind uebrigens in der Krone der Queen eingearbeitet. Ich waren beim Union Building (dort wurde Mandela ins Amt geweiht) von wo man einen wunderschoenen Blick ueber ganz Pretoria hatte.
Am letzten Tag sind wir zum Vortrekker Monument gelaufen und das war eine reinste Abenteuertour. Es gibt nur einen Weg fuer Autos. Wir sind also ausserhalb der allgemeinen Wege gelaufen und rueckblickend staune ich, dass wir ueberhaupt angekommen sind.
Abends war immer noch viel los. Wir hatten Gaeste aus Johannesburg und als ich am Montagabend wieder in Seshego war, war ich wirklich froh, wieder Ruhe zu haben.
Soviel Leute um mich herum war ich gar nicht mehr gewohnt
ich hatte aber ein paar sehr schoene Tage…
Nun sind die letzten Tage im Creche hereingebrochen, bis zur grossen Veranstaltung am Samstag und es gibt viel zu ueben…
Heute hat es geregnet und gewittert und das ist hier echt ein Grund, das der Alltag nicht mehr funktioniert. Wir waren heute nur 50 Kinder (anstatt normalerweise 90), sodass wir viel gar nicht richtig proben konnten.
Okay, derStrom ging nicht aus. Vielen Dank!
Wir hoeren, schreiben uns,
bis zum naechsten Mal,
eure Kathie / Puseletso
soooooooo heiss
Dumela (Hallo) meine Lieben,
Heute ist es so heiss, das koennt ihr euch gar nicht vorstellen…
Gestern und heute habe ich mit den Kindern im Creche mit den Perlen Armringe und Halsketten gebastelt. Das hat ihnen sehr viel Spass gemacht und es ist echt interessant wie kreativ manche sein koennen. Vielen Dank Mutti!!!
Ich mache es aber nur mit den Aelteren, die jetzt zur Schule gehen werden. Ich sehe sie nur noch 3 Wochen.
Nein, im Creche gibst keine in meinem Alter. Die anderen Teacher sind alle erwachsen. Unsere Koechin ist uebrigens immer noch nicht da.. Ich verbringe also an manchen Tagen auch viel Zeit in der Kueche mit Abwaschen und Teller aufeinander stapeln.
Meine Freundin ist vielleicht zwischen 2 und 3 Jahre alt. Weiss ich nicht genau. Morgen ist vorerst mein letzter Tag im Creche, weil ich am Donnerstag nach Johannesburg fahre, zusammen mit meinem Gastbruder Lesiba. Er will mir Monte Casino zeigen. Dann bleibe ich in pretoria und von dort aus geht es am Freitag, zusammen mit zwei anderen Freiwilligen, ab durchs Land!!! Naechste Woche komme ich zurueck… Ist mal eine kleine Abwehslung!
Gestern war ich in der Stadt und bin durch die Strassen geschlendert und musste feststellen, dass es einfach zu viele coole Laeden mit tollen Sachen gibt!!! Hab mir aber nur einen Kaffee gekauft (und ein Schokoladenmuffin) und mich raus gesetzt und die Stimmung genossen. War echt schoen!
Ansonsten, mein Wochenende war eher ruhig. Das heisst, draussen die Sonne geniessen, Lesen, Schlafen und Briefe schreiben. Musste auch mal wieder sein.
Bis bald,
Gabotse (Auf wiedersehen)
Kathie| Puseletso
Wieder viel erlebt, noch ‘ne Hochzeit und: Meine neue Freundin
Hallo hr Lieben
ich hatte gerade meinen Text fertig geschrieben als mal wieder der Strom weg war. Das heisst, ich muss nochmal von vorn anfangen. *grummel*
Na, ich haette es ahnen muessen!
Am letzten WE hatten wir Besuch von Maidi und ihrem Sohn. Sie ist die Tochter von der Schwester meiner Gastmutter. Da hatten wir ein volles Haus, der Kleine hat soviel Energie wie drei Kinder zuammen
Wir haben auch zusammen gekocht und das erste Mal seitdem ich hier bin, alle zusammen an einem Tisch gesessen und gegessen. Hier ist naemlich eigentlich so, dass nach dem Kochen fuer jedem der Teller fertig gemacht wird. Den Maennern wird das Essen gebracht und mein Gastpapa isst immer in seinem Zimmer. Am Sonntag aber stellten wir das Essen auf dem Tisch, so wie in Deutschland und jeder konnte sich selbst nehmen. Als mein Gastbruder Lesiba kam, blieb er vor Ueberraschung starr stehen und dann seufzte er tief. Er fastet im Moment und der Anblick von soviel gutem Essen tat ihm nicht gut!
Dann war ich vor ein paar Wochen mal wieder bei einer Hochzeit in der Naehe von Bochum. Echt seltsam, wo ich doch in Dtl. nicht eine miterlebte.
War aber echt schoen. Wir sind schon am Freitagabend hingefahren und alle Menschen haben gefeiert. Ich hab mich mit den Jugendlichen voll gut verstanden und sie probierten mir ein bissschen traditionellen suedafrikanischen Hochzeitstanz beizubringen. Und ich kann nun einen kleinen Part. Das ist voll cool, denn ihr wisst ja, wie gerne ich tanze. Wir haben nachts zu sechst auf vier kleinen Matratzen auf dem Boden geschlafen. Bis frueh um 5, da kamen die ersten Gaeste um zu feiern und sie rissen uns mit lauter Musik aus den „Betten“. Wir haben ganze 5 Stunden geschlafen und tatsaechlich, die Frauen sahen alle ausgeschlafen aus. Ich kann sie dafuer nur bewundern. Wenn ich mal 45 Jahre bin… – eins steht fest: ich schlafe nicht mehr auf den Boden wie ein Jugendlicher nach einer „durchzechten Nacht“ (wie schreibt man das?) War aber echt ein Erlebnis.
Caro, zu deinen Fragen… die Suche nach einem Tanzclub blieb bis jetzt leider erfolglos aber es wird ja hoffentlich bald heiss sodass ich mal schwimmen gehen kann. Und ja, bei Sarh und Jette wurde eingebrochen. Zweimal. Sie sind dann kurzfristig ausgezogen, bis ihnen die tollen Gitter vor den Fenstern und eine Alarmanlage eingebaut wurden. Ich denke, jetzt fuehlen sie sich sicherer.
Im Creche ist alles ganz toll. Ich habe ine neue Freundin. Ein kleines Maedchen, welches mich staendig verfolgt, egal wo ich hingehe. Das ist schon lustig und irgendwie auch ganz niedlich aber manchmal auch gefaehrlich, vorallem in der Kueche. Ich bin schon etliche Male ueber sie gestolpert, als ich einen Schritt zuruecksetzte und sie mal wieder hinter mir stand. Das Witzige ist auch, ich bin die einzige die sie fuettern kann, ohne dass sie gleich anfaengt zu heulen. Ich weiss nicht wieso, sie es gerade auf mich abgesehen hat!! Aber ist schon suess.
Dann war ich an einem Samstag mit meiner Familie in Polokwane essen. Das fand ich wirklich sehr nett und ich hatte mal wider die Gelegenheit Fisch zu essen!
Im Moment ist mein anderer Gastbruder Tsebo zuhause, weil er Sehnsucht nach seinem Heim hat. Er ist 26 und echt ‘n lustiger. Leider faehrt er in ein paar Tagen wieder zurueck nach Johannesburg. Ansonsten habe ich in Polokwane ein echt guten Baecker entdeckt, wo man richtige Schokoladenmuffins kaufen kann. Hmm… Richtige Strassencafes oder Baecker sieht man naemlich eigentlich nicht. Nur ein Shop am anderen und die Buergersteige sind voll von irgendwelchen Staenden mit Obst, Taschen, Ohrringen oder Chips. Und ausserdem ist es zu dreckig um einen Kaffee wirklich draussen geniessen zu koennen.
Gestern war ich mal wieder in Bohlokwa. Das ist ca ‘ne Stunde entfernt und Lesiba hat dort eine Klientin. Das ist immer ganz schoen dort, weil ihre beiden Enkelkinder auch dort wohnen (vielleicht 10 Jahre) und das ist ganz witzig. Gestern habe ich ihnen gezeigt, was man alles mit einem Springseil machen kann (ueber Kreuz und so…). Mal sehn, ob sie es das naechste Mal koennen, wenn ich sie wieder sehe
Ich hoffe ich habe jetzt beim zweitem Mal Schreiben nichts vergessen…
Ich gruesse euch herzlich aus dem momentanen regnerischen Suedafrika.
Fuehlt Euch umarmt,
Eure Kathie | Puseletso
PS: Michael, ich gratuliere dir von ganzem Herzen. Das ist toll!
nur ganz kurz
Das Maedl heisst uebrigens nicht Koetjo, sondern Koketjo, habe ich wohl ein k vergessen. Und liebe Sylke, die Kids wissen was ein Wolf ist. Denn nicht umsonst wurden Maerchen, wie Rotkaeppchen in sovielen Sprachen uebersetzt.
Mein Ausflug mit Kwena war sehr schoen. Sie hat mir all ihre Lieblingslaeden gezeigt und wir hatten viel Spass zusammen.
Und, ich weis nun auch wie ich ein Taxi benutzen muss.
Caro, du meinst Toni aus „Cottbus“? Ist ja krass. Bestell mal liebe Gruesse.. Haben uns ja ewig nicht mehr gesehen.
Meine Lieben, hab leider nicht viel Zeit, hab gleich noch ein „Meeting“.
Bis zum naechsten Mal,
eure Kathi
weis nicht
Ich habe ja so lange nicht mehr geschrieben, ich weiss ja gar nicht wo ich anfangen soll….
Zuallererst: Ich habe eine richtige afrikanische Hochzit miterlebt.
Die Schwester von meiner Gastmutter war eine wunderschoene Braut. Das Kleid haette ich auch genommen
Im Allgemeinen unterscheiden sich die Braeuche aber nicht so sehr. Was ich persoenlich ganz lustig fand, war der Einmarsch in die Kirche. Zuerst kommt der Braeutigam. Ihm folgen die anderen Familienmitglieder. Alle tragen sie die gleichen Sachen. Es wird in die Kirche getanzt – zu schlechter Technomusik vom CD Player!!!
Nachdem die Frauen folgten, kommt die Braut. Diese zum Glueck mit dem trditionellen „Hochzeitsmarsch“.
Es gab zwei Pastoren, die nach meinem Eindruck ein wenig durcheinander waren. Sie haetten sich vielleicht vor der Zeremonie den Text nochmal durchlesen sollen. Einer von denen hat total geschwitzt und ist zwischendurch staendig rausgegangen um sich ein Taschentuch zu holen. Die Pausen wurden ueberbrueckt mit einem freudigen Ruf „Bless the Lord“ aus der Menge. Nach der Trauung sind wir zur eigentlichen Feier gefahren. 15 Autos verstopften Seshegos Strassen, wobei der Weg in Schlaengellinien zurueckgelegt wurde. Ich sass im letzten Auto und konnte alles schoen ueberblicken.
Wir haben getanzt, gegessen, gefeiert. Es war wirklich ganz nett!
In der drauffolgenden Nacht (frueh um 4) wurde ich von ein paar Leuten vom Office abgeholt, um nach Soweto zu einem Godi (Gottesdienst) zu fahren.
Soweto (South Western Township) ist nahe an Johannesburg. Keiner weiss genau, wieviele Menschen dort wohnen. Es wird auf 2.5 Millionen geschaetzt. Das Soweto, welches ich sah, hat sich nicht sehr von Seshego unterschieden. Der Godi, um ehrlich zu sein, war total langweilig und weil wir alle so muede von der Fahrt waren, tat ich es meinen Sitznachbarn nach und schloss die Augen..
Am selben Tag kam ich nach Pretoria. Dort uebernachtete ich fuer eine Nacht, bevor am naechsten Morgen der Bus nach Hermannsburg abfahren sollte. Ich lernte 2 Zivis aus Botswana und eine Missionarsfamilie aus Malawi kennen. Wir sind zusammen ins Kino gefahren!
Das Popcorn dort kann man uebrigens mit allen Gewuerzen haben, ausser mit Zucker. Kann ich mich dran gewoehnen!
Hermannsburg ist ein deutscher Ort inmitten Suedfrikas. Menschen, Wetter (und vor allem das Wetter), Essen, Baeume, Natur – alles Deutsch!!! Wir waren ungefaehr 18 Freiwillige und 25 Missionare. Es war ganz schoen, Erfahrungen auszutauschen und zu erfahren, was die anderen so machen. Einige arbeiten wie ich im Kindergarten, andere in verschiedenen Zentren, Bueros und sogar in Psychatrien. Aber, die meisten wohnen in WGs mit anderen Deutschen zusammen. Wir hatten in Hermannsburg viel Zeit, weil das Programm eben vorallem auf die Missionare zugeschnitten war.
Ich bin mit Jette und Sarah spazieren gegangen und wir haben TT gespielt. Die Umgebung dort ist echt richtig schoen. Einen Tag waren wir bei heissen Quellen und durften ein Zulu Dorf besuchen. Das war echt interessant. Um ins Dorf zu gelangen mussten wir einen Fluss ueberqueren. Ich Schussel habe natuerlich meine Schuhe stehen lassen vor lauter Aufregung. Zum Glueck habe ich auf dem Rueckweg durch Zufall einen kleinen Jungen entdeckt der mit diesen gespielt hat. Ich sitze also nicht barfuss vorm Computer!
Bevor es wieder zurueck nach Seshego ging habe ich noch eine Nacht in Pretoria verbracht. Es war auch einer dabei, der aussah wie Michael (Reinke). Also, lieber Michael, falls du das mal lesen solltest, du hast einen Zwlling! Zusammen waren wir Pizza essen:) Ich hatte am naechsten Tag noch Zeit, wohingegen die anderen schon alle in der Frueh abreisen mussten.
Ich besuchte den Rosengarten und habe mein erstes Paar suedafrikanische Ohrringe gekauft! Nach der Woche war ich aber auch froh wieder nach Seshego zu fahren. Der konsequente Schlafmangel erschoepfte mich.
Letztes WE war ich mit einer anderen Freiwilligen aus Mokopane, welche ein High School Year macht, zusammen in Polokwane shoppen. Das wurde auch hoechste Zeit!
Die Sachen sind hier eben sehr preiswert, wie fast alles. Und ich freue mich schon darauf, sie euch zu zeigen.:)
Am Samstag werde ich von Kwena im Taxifahren unterrichtet und am Sonntag gehts wieder zu einem Godi mit dem Office.
Unter der Woche begleite ich manchmal Lesiba, meinem Gastbruder. Er arbeitet oft ausserhalb und nimmt mich dann gerne mal mit. das ist auch immer ganz schoen, so lerne ich die naehere Umgebung kennen und oft kommen wir spaet zurueck, sodass er mich noch auf einen Hamburger oder eine Pizza einlaedt.
Im Creche ist alles ganz toll. Mutti, die CD hilft mir sehr!!! Ich lerne mit den Kindern neue Lieder und wir haben angefangen Sportuebungen zu machen – in Verbindung mit Zaehlen oder dem ABC. Es macht sehr grossen Spass mit den Kindern zu arbeiten. Im Moment ueben wir ein Theaterstueck ein: „Rotkaeppchen“. Das ist nicht sehr einfach, wie ich finde. Es ist relativ viel Text zu lernen. Ein Mädchen, Koetjo, konnte nach zwei Tagen aber schon den ganzen Text. Erstaunlich! Wuerde mich nicht wundern, wenn sie die naechste Praesidentin von SA wird.
So, die Sprache! Nun ja, um mich herum wird eben Sotho gesprochen. Das verstehe ich immer noch nicht. Logisch. Ich kampfe mich mit meinem Englisch durch. Das klappt, manchmal mehr, manchmal weniger gut. Mit den Menschen, mit denen ich viel zu tun habe, kann ich mich ganz gut unterhalten. Ich bin ihre Art zu reden gewohnt. Manche andere verstehe ich dagegen sehr schlecht.
Herr Hesse, ich gebe mir auch grosse Muehe die Grammtik zu lernen! Die Grundgrammatik Englisch hatte naemlich auch noch ein Platz in meiner schweren Kraxe gefunden. Und Enrico, auch die Rechtschreibung kommt nicht zu kurz. ich habe mir angewoehnt Tagebuch in Englisch zu schreiben. Haettest du nicht gedacht, hae? *grins*
So, ich hoffe ich habe nichts vergessen. Aber der Bericht ist jetzt wirklich lang genug!
PS: Hier ist Regenzeit und es ist kalt. Wir haben mindestens einmal am Tag Stromausfall und essen beim Kerzenschein unser Abendbrot. Finde ich ganz kuschelig. Einziges Problem: Kein Kaffee wegen fehlendem heissen Wasser.
Seid herzlich gegruesst,
eure Kathie
Statt Giraffen Schweine
Huhu,
Wer hat denn heute Geburtstag, trallalalalalala??? Ja, mein lieber Schatz!!! Der Philipp vom Bergmannsweg! Alles Gute mein Suesser, ich stoss auf dich mit einem imaginaeren Glas Sekt an!
Ich hatte es letzte Woche nicht geschafft, ins Internetcafe zu gehen. Sorry.
Also letztes Wochenende war ich mit Meissners in Blauberg. Meissners haben dort fuer circa 4 Jahre gelebt und gearbeitet. Nun sind sie Pensionaere und kommen jedes Jahr fuer 3 Monate her. Das finde ich toll. Wir wollen, wenn sie im Februar wieder kommen, noch mehr zusammen machen.
Blauberg ist wirklich ein wunderschoener Ort, die alte Missionsstation liegt am Hang des Berges und ist schon von weitem sichtbar. In Blauberg gehen die Menschen noch jeden Tag ihr Wasser von der Quelle holen.
Ich sah auch Eselkarren, welche mich an das alte Rom erinnerten. Statt den Pferden waren nur Esel vor den Karren gespannt. Diese haben auch immer Vorfahrt!
Wir besuchten dort verschiedene Menschen, die Meissners noch von frueher kannten. Es waren interessante Begegnungen.
Und ich habe eine Schweinefamilie gesehen, welche sofort in ihre Sandloecher verschwanden, als Kathie angetrampelt kam.
Den Weg nach Blauberg genoss ich bereits. Es war diesselbe Landstrasse, die auch nach Botswana fuehrt. Nur Sand, Baeume und am Horizont zeichnen sich einzelne Gebirge ab. Herrlich. Es gibt auch einen Berg, welcher Lokomative heisst!
Am Abend waren wir in Polokwane essen, zusammen mit dem alten Bischof und seiner Frau. Fisch und Chips! Und danach, typisch Deutsch, einen schoenen grossen Cappuccino. Echt toll!
Am naechsten Tag waren wir in Seotlowane, nicht so weit weg von hier, und haben eine alte Frau besucht, die Gaense hatte. Das hat mich sehr an zuhause erinnert.
Und ich habe Maulbeeren gegessen. Sehen so aus wie Himbeeren, nur schwarz und sind ganz suess. Lecker, lecker.
Unter der Woche habe ich mich mit den Kindern im Creche beschaeftigt. Uebrigens danke Caro fuer den Tip, ich werde es mal ausprobieren. Im Moment sind wir im Creche nur sehr wenige Lehrerinnen. Unsere Koechin Koko ist auch nicht da, deshalb ist viel zu tun und wir haben alle Haende voll zu tun. Am Freitag schliesst der Creche, dann sind Ferien fuer eine Woche.
Am letzten WE war ich bei einem Music Festival in Polokwane. Nach meinem Verstaendnis war es aber einfach nur ein Chorwettbewerb. Denn bei einem Musical sitzt man schliesslich draussen, istt ganz viel ungesundes Zeug waehrend man auf der Wiese rumluemmelt. Bei diesem Festival war nichts dergleichen. Ich habe circa 9 Stunden auf ein und demselben Stuhl gesessen und choere angehoert. Zum Glueck hatten meine Gastmutter und ich einen Fresskorb dabei! Das war die Rettung!
Meine Gastmutter hat auch mitgesungen. Und Phodisha Dishaba hat auch einen 1.Platz gemacht.
Vielleicht geht es im Dezember ab nach Cape town, wo alle 7 Diozesen gegeneinander antreten. Diesmal war es nur die Nord Diozese. Waere natuerlich hammer-cool.
Im Moment uebe ich mit den Kindern ihre Namen und deren Anfangsbuchstaben. Da habe ich eine Menge Arbeit.
Naechste Woche, waehrend der Ferien, geht es ab nach Hermannsburg. Das liegt bei Pietermaritzburg und es gibt dort ein Schimmbad!!! Ich bewege mich hier einfach zu wenig. Dort werden auch die anderen Freiwilligen sein und ich freue mich auf einen kleinen Erfahrungsaustausch. ich werde euch dann davon berichten.
Ansonsten ist alles klar, morgen fahre ich mit meinem Gastbruder auch irgendwohin (habe ich vergessen) und gestern gabs Pizza! Mein Leben nimmt also immer mehr deutsche Gewohnheiten an.
Bekanntschaften schliesst man auch hier und dort, und auf den Weg zum Plaza hatte ich heute ebenfalls Gesellschaft!
Ich denke an euch, lasst es euch gutgehen, wir hoeren bald wieder voneinander,
eure Kathie
Noch keine Giraffen…
Ein herzliches Hallo an alle!
Mir geht es gut. Hier wird es mit jeden Tag immer waermer und es ist in Hosen fast schon gar nicht mehr auszuhalten. Es wird Zeit, dass ich shoppen gehe
Ja, lieber Carsten, es gibt zwar jeden Tag dasselbe aber du glaubst es nicht, von diesem Maisbrei geht man auf wie ein Hefekloss. Vor ein paar Tagen erst hat Cecilia zu mir gesagt, dass ich dicke Wangen bekommen habe. Das fand ich auch sehr nett gesagt . . *grummel*. Mittlerweile schmeckt es mir echt gut und ich freue mich jeden Tag auf das Abendbrot.
Vor ein paar Tagen war ich mit meinem Bruder bei einem Treffen, bei dem es um dem Weltcup 2010 ging. Ich vermute, es wurde mehr gegessen und getrunken als besprochen. Aber so sind sie vielleicht – die Afrikaner. Nur nichts uebereilen.
Aber er Ort war voll genial. Blaue Lichterketten um die Staemme der Palmen. Das sah sehr sehr toll aus in der untergehenden afrikanischen Sonne.
Der Mond ist hier uebrigens riesig und ganz nah am Horizont. Total beeindruckend. Ansonsten habe ich lecker Eis gegessen. Endlich! Zielmlich gut, muss man so sagen.
Heute habe ich Herrn Meissner kennengelernt. Er hat mal fuer das Berliner Missionswerk gearbeitet und die Missionsarbeit – glaube ich – angefangen. Er und seine Frau nehmen mich m Samstag mit nach Blauberg. Das ist circa 120 km von hier entfernt und dort hat er die Missionsarbeit begonnen. Ich freue mich darauf, einen anderen Ort in Suedafrika zu sehen.
Im Kindergarten laeuft alles prima. Es wird wirklich mit jeden Tag besser. Im Moment ueben wir in kleinen Gruppen verschiedene Lieder. Im Januar gehen einige von den Kindern in die Schule. Dafuer muessen sie verschiedene Lieder (und das ABC) ueben, sodass sie ihren Eltern zeigen koennen, was sie gelernt haben. Das ist schon antrengend, macht aber auch sehr viel Spass.
Uebrigens: Giraffen habe ich leider noch keine gesehen. Es gibt sie auch nur noch in den Naturparks. Ich moechte auf alle Faelle noch den Krueger Nationalpark besuchen. Das kann ich aber erst in den Ferien machen (Dezember|Januar). Solange muss ich mich noch gedulden. . .
Gestern habe ich Kuehe gesehen. Sie standen einfach an der Strasse zu Polokwane. Und keiner hat sie beachtet. Das war wirklich eine bisschen seltsam. Ich habe auch auf den ersten Blick gar nicht erkannt, dass es Kuehe waren, weil sie ganz lange Hoerner haben.
Ok, das naechste Mal gibt es mehr
Ricki, ja kannste gerne verlinken. Gruss an alle. Freu mich, dass du geschrieben hast
Der Sommer kommt
Da bin ich mal wieder..
Am Wochenende war ich bei einer Party. Ich weiss nicht, wo das war oder wer eigentlich die Gastgeber waren, aber es gab Sahnetorte mit Schokostreuseln!
Ausserdem habe ich ein wenig afrikanisch tanzen gelernt. Es war wirklich sehr lustig. Ich habe auch ein Maedchen kennengelernt, welches ganz in der Naehe wohnt.
Es gibt hier sehr viele Jugendliche, die auch sehr offen sind und ganz lieb gruessen. Aber, wie ihr wisst, mit dem Kennenlernen ist das trotzdem nicht immer ganz einfach.
Freitags gehe ich jetzt immer zum Chor, trotz fehlendem musiklischen Talents. ;o Ich hoffe, dass ich so ein paar Bekanntschaften oder auch Freundschaften schliessen kann. Die koennen hier alle echt schoen singen.. Sehr energievoll und mit viel Power.
Im Kindergarten kristallisieren sich mittlerweile verschiedene Typen heraus. Den Klugscheisser *rausper*, den Heulsusen und die Petzen. Obwohl Petzen sind sie alle. Die Kinder werden hier mit einen Plastestab gehauen und dann wird immer gepetzt, wenn einer anfaengt zu weinen. Es wird auch langsam besser, sie hoeren schon manchmal auf mich;) Langsam gewoehnen sie sich an mich und die Testphase geht vorueber. Das ist wirklich ganz angenehm. man kann viel mit ihnen machen, sie sind musikalisch, kreativ und nicht uninteressiert. Ich moechte auch ein Kalender mit ihnen basteln, bei dem man die Tage und Monate aendern kann. Diesen koennen wir dann im Kindergarten aufhaengen.
Ja das Essen. Am Anfang echt schwer fuer mich. da komme ich aus einer schoenen abwechslungsreichen Kultur in ein Land, wo es jeden tag dasselbe gibt. Es gibt Papp (Maisbrei) oder Reis mit verschieden Sossen. Immer dazu, darf nicht fehlen: Fleisch. Meistens Chicken oder Rind. Oft gibt es auch Salat. Tagsueber esse ich viel Obst, Birnen, Aepfel, Bananen oder Orangen. Die Orangen werden hier uebrigens nicht geschaelt. Die Afrikaner beissen rein, ziehen die Schale ab und zutschen die Orange aus. Al ich das erste mal mein Orange geschaelt habe, wurde ich wie ein Ausserirdischer angeschaut.
Uebrigens, was ihre Fahrweise anbelangt…. abgesehen von riskanten Ueberholmanoevern – auch ich musste schon um mein Leben bangen – wird an Stoppschildern oder an roten Ampeln nicht gehalten. In der Fahrschule wurden wir dazu sagen: Wegen Rollstopp durchgefallen!
Ich habe mich schon daran gewoehnt.
Ok, ich muss leider schon wieder aufhoeren, meine Zeit ist um..
Naechsten Mittwoch gibt es mehr…
Le kae ?
Halloechen an alle lieben Menschen da draussen!
Dumela heisst einfach nur Hallo! Sorry, hat ich vergessen dazu zu schreiben. Mit den Worten Le Kae wird man hier aber immer begruesst. Es heisst Wie gehts? Begruessungen sind hier echt wichtig. So beginnt jede Unterhaltung. Mittlerweile kann ich auch schon in Sepedi antworten – das ist ganz schoen. ![]()
Die Kinder im Kindergarten sind anstrengend, suess und auch lieb. Ich rede mit ihnen Englisch. Ich habe auch das Gefuehl dass sie mich verstehen. Letzte Woche bin ich mit ihnen alleine in die Preschool gegangen. Das hat ueberhaupt nicht funktioniert, deshalb bin ich diese Woche immer mit der anderen Teacherin gegangen. Dann wird erstmal gesungen. Englische Lieder mit zaehlen und Farben und Koerperteilen und so. Lena hat mir auch eine grosse Tuete hier gelassen mit vielen nuetzlichen Dingen, die ich verwenden kann. Dafuer bin ich ihr sehr dankbar. Meistens bin ich sehr muede wenn ich von Creche komme, deshalb mache ich am Nachmittag nicht mehr viel. Es wird ja auch schon so zeitig dunkel. Um halb sieben ist Finster. Meistens lese ich oder ueberlege was ich morgen mit den Kindern machen kann. dann gibst ja noch Abendbrot und dann gehts ab ins Bett!
Wenn es draussen dunkel ist, kann man auch nicht mehr raus gehen oder so. Die Moeglichkeiten sind also sehr eingeschraenkt.
Ja mit Fotos wird schwer. Sorry Caro!
Am Wochenende war ich uebrigens in der Stadt mit meiner Mum. Einen Rock fuer die Kirche kaufen. Hier traegt jedes Maedchen einen Rock. Meine Mum wollte sich eine Jeans kaufen.. Hat keine gefunden. War echt spassig. In Polokwane gibt genauso viele Shops wie bei uns. habe mich gefuehlt wie in Berlin oder so. Alle aufgestylt und so.
Ok, bis bald,
freue ich ueber eure Kommentare!!
Eure Kathie